Das Baden-Württembergische Innenministerium will eine starke Zunahme der Internet-Kriminalität erkannt haben. Ob die auf einer Fachtagung bekannt gegebene Steigerung des Web-Betrugs lediglich Ausdruck besseren Technik-Verständnisses der Polizei ist, wurde nicht klar.
Polizei-Experten, die sich im schwäbischen Villingen-Schwenningen trafen, fassen ihre zunehmenden Erfahrungen mit Internet-Kriminalität in schriftliche Form: Ausspähen, Betrug oder Fälschung von Kreditkarten sind nun "ganz normale" Vorkommnisse. Zwar gebe es diese Art von Kriminalität schon immer, aber die Art und Weise habe sich geändert: Immer mehr passiert über das vermeintlich anonyme Internet.
Ob Bedrohungen, Erpressungen oder Beleidigungen, Hehlerei oder Betrug: Das Internet stellt eine willkommene Arbeits-Erleichterung für den gemeinen Kriminellen dar. Außerdem ist das Medium eine Bereicherung: Software-Fälschungen, Anleitungen zu Telefonkarten-Manipulation oder zum Bomben-Bau gab es zuvor nicht in diesem Ausmaß.
4321 Fälle von angezeigtem Internet-Betrug im Jahre 2002 ergäben eine Steigerung um 60 Prozent. Der Großteil davon habe mit Betrug, Verbreitung pornografischer Schriften und Datenklau zu tun. Der Warenbetrug etwa in Internet-Auktionen sei sogar um 115,7 Prozent angestiegen.