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E-sb, G.A.M.E und BIU fordern Entschuldigung

03. April 2009 14:42 GMT - 2 Comments
Nachdem der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einer Pressmitteilung sich sehr unhöflich gegenüber Computerspielen und Computerspielern äußert, indem er "Gewalt-Computerspiele" mit Drogen und Kinderpornographie gleichsetzt. ("In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.")
Der deutsche E-sport Bund (E-sb), G.A.M.E und der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) sind empört über diese Aussage und fordern Herr Herrmann nun auf diese zu wiederrufen:

Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB:
"Auch der ESB schließt sich mit seinen mehr als 60.000 Mitgliedern den Forderung der beiden Verbände GAME und BIU an und fordert den bayerischen Innenminister auf, endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen. Mit seiner öffentlich geäußerten politischen Haltung verhindert der bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine Äußerungen in dem Bereich der Kriminalität an. Der ESB erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses nicht geschieht fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die CSU zu setzen."

Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer von G.A.M.E.:
"Die Aussage des Herrn Ministers steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt. Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Computerspiele derart zu kriminalisieren und mit Kinderpornografie zu vergleichen, ist polemischer Unsinn und diffamiert nicht nur unsere Branche insgesamt, sondern auch Millionen Computerspieler in Deutschland. Wer solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit Computerspielen groß geworden sind und disqualifiziert Bayern mittelfristig als Standort für Deutschlands wichtigste Entertainmentindustrie. Wir fordern von Herrn Herrmann eine deutliche Entschuldigung für diesen verbalen Fehlgriff."

Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU:
"Aus unserer Sicht sind die Äußerungen von Herrn Hermann absolut nicht repräsentativ für die Politik der bayerischen Staatsregierung. Diese hat sich in letzter Zeit verstärkt um die Förderung der Unterhaltungssoftwareindustrie bemüht und insbesondere aus der Staatskanzlei sind deutlich differenziertere Aussagen zu unserer Branche zu hören. Wir fordern den bayerischen Innenminister auf, seine politische Geisterfahrt am rechten Fahrbahnrand zu beenden und zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Das momentane Verhalten des bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen politischen Ego-Shooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen Aussagen zu profilieren versucht."

Es wurde auch behauptet , "[dass es] für Herrmann wissenschaftlich klar erwiesen ist, dass der andauernde Konsum derartiger Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt." Andere wissenschaftliche Studien besagen jedoch, dass Gewalt in Filmen bei vielen Menschen sehr viel stärkere Emotionen hervorruft, was darauf zurück zuführen ist, dass es sich in Computerspielen nur um sich bewegende Pixel handelt - im Gegensatz zum Flim - die Leute wissen wie sie damit umzugehen haben. Denn in Filmen sind es gestellte Szenen mit echten Menschen.

Um das Thema "Gewalt durch/wegen Computerspiele/n" gibt es jedoch sehr viele unterschiedliche Studien und jede sagt etwas Anderes aus. Bis diese Diskssuion einmal enden wird, wird es wohl noch etwas dauern.


Autor

Trooper

Registered User

Joined at: February, 2009
Trooper

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Comments

#1
Old 03.04.09 14:44
Benutzerbild von Trooper

Trooper

Posts 17
Und wegen so einem will mir mein Vater Egoshooter verbieten. o_O
#2
Old 04.04.09 15:23

p4r4noid

Posts 2
Es gibt Verückte, dann die Kranken und dann noch die Politiker


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